Geschichte
- Reichswaldsiedlung - Zur Entstehung von
Nierswalde, Rodenwalde und Reichswalde
von Hans-Joachim Koepp
Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschten in der alten Bundesrepublik chaosartige Zustände.
Flüchtlinge und Vertriebene aus dem Osten drängten in die zerstörten Städte. Wohnungsnot und
Hunger waren die dringendsten Probleme der Bevölkerung.
In dieser Situation regte 1948 Heinrich Lübke, Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
und späterer Bundespräsident, größere Siedlungsprojekte an. Standort einer dieser geplanten
Siedlungen sollte der Reichswald werden. Etwa 1/7 des 6.700 ha großen Waldes wurde letztendlich
für das Siedlungsprojekt hergegeben.
Vor dem Zweiten Weltkrieg gehörte der Reichswald zu den schönsten Forstbezirken Deutschlands.
Ein Orkan im Spätherbst 1940, das Kriegsgeschehen, Feuersbrünste und nachfolgende
Abholzungen durch die Siegermächte zerstörten den Wald. Nachdem ein Siedlungsstandort in der
Eifel aufgrund ungeeigneter Bodenverhältnisse ausfiel, beschloss die Regierung, ¼ des
Reichswaldes nicht mehr aufzuforsten und für drei Siedlungen zu roden.